Welcher Stundensatz bei 50.000 € Zielgehalt?
Wer als Freiberufler 50.000 € netto pro Jahr verdienen will, darf nicht einfach durch 2.080 Stunden teilen. Urlaub, Krankheit, Akquise und Verwaltung senken die verrechenbaren Stunden drastisch. Mit realistischen Annahmen bleiben rund 864 fakturierbare Stunden im Jahr – daraus ergibt sich der nötige Stundensatz.
Ergebnis
- Nötiger Stundensatz
- 86 €
- Verrechenbare Stunden/Jahr
- 864
- Zielumsatz/Jahr
- 74.400 €
- Arbeitstage/Jahr
- 180
Angenommene Werte
- Zielgehalt netto/Jahr
- 50.000 €
- Fixkosten Business/Jahr
- 12.000 €
- Wochenstunden
- 40
- Auslastung (verrechenbar)
- 60 %
- Urlaubstage
- 30
- Krankheitstage
- 10
- Gewinnaufschlag / Rücklage
- 20 %
Runde nach oben: 86 € ist der Mindestsatz ohne Puffer für Forderungsausfälle oder Weiterbildung. Wer Projekte mit Reisezeit oder starker Saisonalität hat, sollte 10–15 % aufschlagen.
Für wen 50.000 € Zielgehalt realistisch sind
50.000 € netto im Jahr ist die Stufe, auf der die meisten Solo-Selbstständigen nach den ersten zwei bis drei Jahren landen: Grafik und Text, Handwerksnahe Dienstleistung, Coaching, IT-Support, Buchhaltungsdienstleistung. Es entspricht in etwa dem, was eine angestellte Fachkraft mit rund 70.000 € Bruttogehalt an Arbeitgeberkosten verursacht – nur trägst du Urlaub, Krankheit, Akquise und Altersvorsorge selbst.
Diese Stufe ist typisch für Einzelkämpfer ohne Angestellte, mit einem Homeoffice oder einem kleinen gemieteten Arbeitsplatz und Sachkosten im niedrigen fünfstelligen Bereich. Wer regelmäßig unter diesem Wert bleibt, arbeitet meist nicht zu langsam, sondern verkauft zu billig: In der Regel fehlt nicht Auslastung, sondern ein Stundensatz, der Leerlauf mitträgt.
Was auf dieser Stufe steuerlich zählt
Bei diesem Zielgehalt liegst du mit dem nötigen Umsatz deutlich über der Kleinunternehmergrenze (25.000 € Vorjahr / 100.000 € laufendes Jahr). Du weist Umsatzsteuer aus, gibst Voranmeldungen ab und darfst im Gegenzug Vorsteuer ziehen – das macht Investitionen in Technik und Software rund 19 % günstiger als sie auf der Rechnung stehen.
Die Einkommensteuer-Vorauszahlungen setzt das Finanzamt nach dem ersten vollständigen Jahr fest und rechnet dabei fort. Kalkuliere deshalb 30 % vom Gewinn als Rücklage, nicht vom Umsatz. Für die Altersvorsorge sind auf dieser Stufe 300 bis 500 € monatlich der übliche Ansatz – dieser Betrag steckt im Stundensatz noch nicht drin, wenn du ihn nicht als Fixkosten einträgst.
Der typische Denkfehler bei 50.000 €
Fast alle rechnen 50.000 € durch 1.800 Stunden und kommen auf 28 € – das ist der Stundenlohn eines Angestellten, nicht der Satz eines Selbstständigen. Der Unterschied entsteht durch die verrechenbaren Stunden: Von 220 Arbeitstagen bleiben nach Urlaub und Krankheit 180, davon sind bei realistischen 60 % Auslastung nur rund 864 Stunden fakturierbar. Der Rest geht in Angebote, Buchhaltung, Weiterbildung und Kundengespräche, die niemand bezahlt.
Gegenbeispiel: Welcher Stundensatz bei 40.000 € Zielgehalt
Ändert sich die Ausgangsgröße, kippt das Ergebnis spürbar: Nötiger Stundensatz liegt hier bei 86 €, im Vergleichsfall dagegen bei 72 €. Genau deshalb lohnt es sich, die eigenen Zahlen einzusetzen statt mit Faustformeln zu arbeiten.
Eigene Zahlen einsetzen
Ändere den Ausgangswert – der Stundensatz-Rechner rechnet damit live weiter.
So rechnest du selbst
- 1
Stundensatz-Rechner öffnen
Rufe den Stundensatz-Rechner auf – über den Link auf dieser Seite sind alle Werte dieser Beispielrechnung bereits eingetragen.
- 2
Ausgangswerte eintragen
Diese Rechnung nutzt Zielgehalt netto/Jahr: 50.000 €, Fixkosten Business/Jahr: 12.000 €, Wochenstunden: 40 sowie Auslastung (verrechenbar): 60 %, Urlaubstage: 30, Krankheitstage: 10, Gewinnaufschlag / Rücklage: 20 %.
- 3
Ergebnis ablesen
Nötiger Stundensatz: 86 €. Alle Zwischenwerte stehen im Ergebnisblock dieser Seite.
- 4
Eigene Zahlen einsetzen
Überschreibe im Rechner jeden Wert mit deinen echten Zahlen – Ergebnis und Zwischenschritte werden sofort neu berechnet und lassen sich als Link teilen.
Häufige Fragen zu dieser Rechnung
- Reichen 50.000 € Zielgehalt für die private Altersvorsorge?
- Nur wenn die Vorsorge als Fixkosten eingerechnet ist. 50.000 € netto meint hier das, was nach Steuern und Krankenversicherung zur Verfügung steht – Rücklagen für die Rente gehen davon noch ab. Wer 400 € monatlich vorsorgen will, sollte die 4.800 € entweder beim Zielgehalt aufschlagen oder in die Fixkosten aufnehmen.
- Ist ein Stundensatz um 86 € am Markt durchsetzbar?
- In beratungsnahen und spezialisierten Dienstleistungen ja, in austauschbaren Ausführungstätigkeiten oft nicht. Wenn der rechnerische Satz über dem liegt, was Kunden zahlen, gibt es drei Hebel: höhere Auslastung, niedrigere Fixkosten oder Festpreise statt Stundenabrechnung – bei Festpreisen bleibt die Effizienzsteigerung bei dir statt beim Kunden.
- Welche Annahmen stecken in dieser Rechnung?
- Gerechnet wurde mit Zielgehalt netto/Jahr: 50.000 €, Fixkosten Business/Jahr: 12.000 €, Wochenstunden: 40, Auslastung (verrechenbar): 60 %, Urlaubstage: 30, Krankheitstage: 10, Gewinnaufschlag / Rücklage: 20 %. Jeder dieser Werte lässt sich im Stundensatz-Rechner überschreiben.
- Ist der Stundensatz-Rechner kostenlos?
- Ja. Der Stundensatz-Rechner ist ohne Anmeldung und kostenlos nutzbar, rechnet im Browser und speichert keine Eingaben. Die Ergebnisse sind eine unverbindliche Orientierung und ersetzen keine Steuer- oder Rechtsberatung.