Welcher Stundensatz bei 100.000 € Zielgehalt?
Wer als Freiberufler 100.000 € netto pro Jahr verdienen will, darf nicht einfach durch 2.080 Stunden teilen. Urlaub, Krankheit, Akquise und Verwaltung senken die verrechenbaren Stunden drastisch. Mit realistischen Annahmen bleiben rund 864 fakturierbare Stunden im Jahr – daraus ergibt sich der nötige Stundensatz.
Ergebnis
- Nötiger Stundensatz
- 156 €
- Verrechenbare Stunden/Jahr
- 864
- Zielumsatz/Jahr
- 134.400 €
- Arbeitstage/Jahr
- 180
Angenommene Werte
- Zielgehalt netto/Jahr
- 100.000 €
- Fixkosten Business/Jahr
- 12.000 €
- Wochenstunden
- 40
- Auslastung (verrechenbar)
- 60 %
- Urlaubstage
- 30
- Krankheitstage
- 10
- Gewinnaufschlag / Rücklage
- 20 %
Runde nach oben: 156 € ist der Mindestsatz ohne Puffer für Forderungsausfälle oder Weiterbildung. Wer Projekte mit Reisezeit oder starker Saisonalität hat, sollte 10–15 % aufschlagen.
Für wen 100.000 € Zielgehalt realistisch sind
Sechsstellig netto als Einzelperson erreichen in der Praxis vor allem Spezialisten in regulierten oder hochtechnischen Feldern und Interim-Manager auf Geschäftsführungsebene. Der rechnerische Stundensatz liegt hier bei über 140 € – durchsetzbar ist das dort, wo ein Fehler den Kunden ein Vielfaches kostet.
Ab dieser Stufe stößt reines Zeitverkaufen an eine harte Grenze: Mehr als rund 900 fakturierbare Stunden im Jahr sind ohne Qualitätsverlust nicht drin. Wer weiter wachsen will, braucht ein anderes Modell – Festpreise mit Ergebnisverantwortung, Lizenzierung von Wissen, ein kleines Team oder Beteiligungsmodelle statt Tagessätzen.
Was auf dieser Stufe steuerlich zählt
Bei einem nötigen Umsatz um 135.000 € sind Bilanzierungspflicht und Rechtsformfrage keine theoretischen Themen mehr. Gewerbliche Einzelunternehmen müssen ab 800.000 € Umsatz oder 80.000 € Gewinn bilanzieren – letztere Grenze ist hier überschritten, die Einnahmen-Überschuss-Rechnung endet also. Freiberufler dürfen unabhängig von der Höhe bei der EÜR bleiben, was ein handfester Vorteil ist.
Auch die Rechtsform lohnt jetzt eine echte Rechnung: Bleiben Gewinne im Unternehmen, ist die GmbH mit rund 30 % Gesamtbelastung günstiger als der persönliche Spitzensteuersatz. Werden sie vollständig entnommen, dreht sich der Vorteil oft um. Die Antwort hängt an der Entnahmequote, nicht an der Umsatzhöhe.
Der typische Denkfehler bei 100.000 €
Wer sechsstellig kalkuliert, plant meistens mit dem guten Jahr. Die Rechnung geht auf, solange alle Mandate laufen – aber sie enthält keinen Puffer für ein Quartal ohne Anschlussprojekt, für Krankheit oder für eine Forderung, die ausfällt. Auf dieser Stufe ist der Ausfall eines einzigen Monats ein fünfstelliger Betrag. Ein Aufschlag von 15 % auf den rechnerischen Satz ist kein Luxus, sondern die Versicherung gegen genau diesen Fall.
Gegenbeispiel: Welcher Stundensatz bei 40.000 € Zielgehalt
Ändert sich die Ausgangsgröße, kippt das Ergebnis spürbar: Nötiger Stundensatz liegt hier bei 156 €, im Vergleichsfall dagegen bei 72 €. Genau deshalb lohnt es sich, die eigenen Zahlen einzusetzen statt mit Faustformeln zu arbeiten.
Eigene Zahlen einsetzen
Ändere den Ausgangswert – der Stundensatz-Rechner rechnet damit live weiter.
So rechnest du selbst
- 1
Stundensatz-Rechner öffnen
Rufe den Stundensatz-Rechner auf – über den Link auf dieser Seite sind alle Werte dieser Beispielrechnung bereits eingetragen.
- 2
Ausgangswerte eintragen
Diese Rechnung nutzt Zielgehalt netto/Jahr: 100.000 €, Fixkosten Business/Jahr: 12.000 €, Wochenstunden: 40 sowie Auslastung (verrechenbar): 60 %, Urlaubstage: 30, Krankheitstage: 10, Gewinnaufschlag / Rücklage: 20 %.
- 3
Ergebnis ablesen
Nötiger Stundensatz: 156 €. Alle Zwischenwerte stehen im Ergebnisblock dieser Seite.
- 4
Eigene Zahlen einsetzen
Überschreibe im Rechner jeden Wert mit deinen echten Zahlen – Ergebnis und Zwischenschritte werden sofort neu berechnet und lassen sich als Link teilen.
Häufige Fragen zu dieser Rechnung
- Muss ich bei 100.000 € Zielgehalt bilanzieren?
- Als Freiberufler nein – die Einnahmen-Überschuss-Rechnung ist unabhängig von Umsatz und Gewinn zulässig. Gewerbetreibende müssen ab 800.000 € Umsatz oder 80.000 € Gewinn im Jahr bilanzieren; auf dieser Stufe ist die Gewinngrenze in der Regel überschritten, sodass Bilanz und Inventar dazukommen.
- Lohnt sich bei diesem Einkommen eine GmbH?
- Wenn ein relevanter Teil des Gewinns im Unternehmen bleibt, ja: Thesaurierte Gewinne werden mit rund 30 % belastet statt mit dem persönlichen Spitzensteuersatz. Wer alles entnimmt, zahlt durch die zusätzliche Kapitalertragsteuer meist mehr. Rechne mit deiner tatsächlichen Entnahmequote, nicht mit dem Umsatz.
- Welche Annahmen stecken in dieser Rechnung?
- Gerechnet wurde mit Zielgehalt netto/Jahr: 100.000 €, Fixkosten Business/Jahr: 12.000 €, Wochenstunden: 40, Auslastung (verrechenbar): 60 %, Urlaubstage: 30, Krankheitstage: 10, Gewinnaufschlag / Rücklage: 20 %. Jeder dieser Werte lässt sich im Stundensatz-Rechner überschreiben.
- Ist der Stundensatz-Rechner kostenlos?
- Ja. Der Stundensatz-Rechner ist ohne Anmeldung und kostenlos nutzbar, rechnet im Browser und speichert keine Eingaben. Die Ergebnisse sind eine unverbindliche Orientierung und ersetzen keine Steuer- oder Rechtsberatung.