Was bleibt netto bei 80.000 € Umsatz als Selbstständiger?
80.000 € Umsatz klingt nach viel – netto kommt davon deutlich weniger an. Von Betriebsausgaben über Krankenversicherung bis Einkommensteuer zeigt diese Beispielrechnung, was bei einem typischen Solo-Selbstständigen tatsächlich übrig bleibt.
Ergebnis
- Netto pro Monat
- 3.649 €
- Netto pro Jahr
- 43.784 €
- Gewinn vor Steuern
- 64.000 €
- Einkommensteuer
- 13.016 €
- Solidaritätszuschlag
- 0 €
- Krankenversicherung/Jahr
- 7.200 €
Angenommene Werte
- Jahresumsatz (netto)
- 80.000 €
- Betriebsausgaben/Jahr
- 16.000 €
- Krankenversicherung/Monat
- 600 €
- Altersvorsorge/Monat
- 0 €
- Kirchensteuer
- nein
Faustregel aus dieser Rechnung: Rund 55 % des Umsatzes landen bei dir. Plane Steuervorauszahlungen und Rücklagen von Beginn an ein – die erste Nachzahlung kommt oft im zweiten Jahr doppelt.
Wer bei 80.000 € Umsatz landet
80.000 € Umsatz erreichen Solo-Selbstständige mit hohem Stundensatz oder kleine Betriebe mit einer Aushilfe. Typisch sind spezialisierte IT- und Ingenieurleistungen, Beratungen mit festen Mandaten, Handwerksbetriebe mit Materialdurchlauf und Onlinehändler mit eingespieltem Sortiment.
Auf dieser Stufe entscheidet sich häufig die Wachstumsfrage: Der erste feste Mitarbeiter kostet inklusive Lohnnebenkosten und Ausfallzeiten rund 45.000 € im Jahr und rechnet sich erst, wenn er dauerhaft mehr als das erwirtschaftet. Viele bleiben bewusst solo und erhöhen stattdessen den Preis – rechnerisch fast immer der sicherere Weg.
Was auf dieser Stufe steuerlich zählt
Bei 80.000 € Umsatz und rund 64.000 € Gewinn ist die Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Krankenversicherung erreicht oder nahe – der Beitrag steigt ab hier nicht mehr mit. Jeder weitere Gewinneuro wird also nur noch mit Steuer belastet, nicht mehr mit Sozialabgaben. Das macht diese Stufe relativ ertragreicher als die darunter.
Gewerbliche Betriebe nähern sich hier der Bilanzierungsgrenze von 80.000 € Gewinn. Wird sie überschritten, teilt das Finanzamt den Wechsel zur Bilanzierung mit – ab dem folgenden Wirtschaftsjahr sind Bilanz, Inventur und Anlagenverzeichnis Pflicht. Der Aufwand steigt spürbar, deshalb lohnt es, den Gewinn im Blick zu behalten, bevor der Brief kommt.
Der typische Denkfehler bei 80.000 € Umsatz
Auf dieser Stufe wird gern in Technik oder Fahrzeuge investiert, um Steuern zu sparen. Die Rechnung geht selten auf: Eine Investition von 10.000 € spart bei 42 % Grenzsteuersatz rund 4.200 € Steuern – und kostet 10.000 € echtes Geld. Sinnvoll ist sie nur, wenn die Anschaffung ohnehin gebraucht wird. Wer stattdessen 10.000 € in eine Basisrente einzahlt, hat den Betrag weiterhin, wenn auch gebunden.
Gegenbeispiel: Was bleibt netto bei 40.000 € Umsatz als Selbstständiger
Ändert sich die Ausgangsgröße, kippt das Ergebnis spürbar: Netto pro Monat liegt hier bei 3.649 €, im Vergleichsfall dagegen bei 1.834 €. Genau deshalb lohnt es sich, die eigenen Zahlen einzusetzen statt mit Faustformeln zu arbeiten.
Eigene Zahlen einsetzen
Ändere den Ausgangswert – der Brutto-Netto-Rechner für Selbstständige rechnet damit live weiter.
So rechnest du selbst
- 1
Brutto-Netto-Rechner für Selbstständige öffnen
Rufe den Brutto-Netto-Rechner für Selbstständige auf – über den Link auf dieser Seite sind alle Werte dieser Beispielrechnung bereits eingetragen.
- 2
Ausgangswerte eintragen
Diese Rechnung nutzt Jahresumsatz (netto): 80.000 €, Betriebsausgaben/Jahr: 16.000 €, Krankenversicherung/Monat: 600 € sowie Altersvorsorge/Monat: 0 €, Kirchensteuer: nein.
- 3
Ergebnis ablesen
Netto pro Monat: 3.649 €. Alle Zwischenwerte stehen im Ergebnisblock dieser Seite.
- 4
Eigene Zahlen einsetzen
Überschreibe im Rechner jeden Wert mit deinen echten Zahlen – Ergebnis und Zwischenschritte werden sofort neu berechnet und lassen sich als Link teilen.
Häufige Fragen zu dieser Rechnung
- Muss ich ab 80.000 € Umsatz bilanzieren?
- Nicht wegen des Umsatzes – die Umsatzgrenze für Gewerbetreibende liegt bei 800.000 €. Maßgeblich ist die Gewinngrenze von 80.000 €: Wird sie überschritten, fordert das Finanzamt zur Bilanzierung auf. Freiberufler dürfen unabhängig davon bei der Einnahmen-Überschuss-Rechnung bleiben.
- Lohnt sich bei 80.000 € Umsatz der erste Mitarbeiter?
- Rechne mit dem Faktor 1,3 bis 1,4 auf das Bruttogehalt für Sozialabgaben, Urlaub und Ausfall. Eine Vollzeitkraft mit 35.000 € brutto kostet rund 46.000 € im Jahr und muss diesen Betrag zusätzlich erwirtschaften, bevor sie sich trägt. Bei schwankender Auftragslage ist ein Freelancer-Netzwerk oder ein Minijob der risikoärmere Zwischenschritt.
- Welche Annahmen stecken in dieser Rechnung?
- Gerechnet wurde mit Jahresumsatz (netto): 80.000 €, Betriebsausgaben/Jahr: 16.000 €, Krankenversicherung/Monat: 600 €, Altersvorsorge/Monat: 0 €, Kirchensteuer: nein. Jeder dieser Werte lässt sich im Brutto-Netto-Rechner für Selbstständige überschreiben.
- Ist der Brutto-Netto-Rechner für Selbstständige kostenlos?
- Ja. Der Brutto-Netto-Rechner für Selbstständige ist ohne Anmeldung und kostenlos nutzbar, rechnet im Browser und speichert keine Eingaben. Die Ergebnisse sind eine unverbindliche Orientierung und ersetzen keine Steuer- oder Rechtsberatung.